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🎙 Physios im Gespräch · Folge 1

Von der Zettelwirtschaft zur papierlosen Wahlpraxis — Silvia Stöttinger im Gespräch

Juli 2026 · Lesezeit: 6 Minuten

Praxis in Linz-Urfahr, fallweise Ottensheim, dazu Hausbesuche und Betreuungen direkt in Unternehmen — und trotzdem kein einziger Ordner mehr im Auto: Wahlphysiotherapeutin Silvia Stöttinger hat ihre Praxis komplett papierlos organisiert. Im Gespräch erzählt sie, wie der Umstieg gelungen ist, was er im Alltag wirklich bringt — und was sie Kollegen rät, die noch mit Papierkalender und Word-Rechnungen arbeiten.

Physiotherapeutin Silvia Stöttinger

Zur Person

Silvia Stöttinger ist Wahlphysiotherapeutin mit Praxis in Linz-Urfahr — hin und wieder behandelt sie auch in Ottensheim, macht Hausbesuche im Raum Linz und betreut Firmen direkt vor Ort. Ihre Schwerpunkte: CRAFTA (Kiefergelenks-/CMD-Therapie), Dry Needling, Lymphdrainage und Firmenfitness. → physio-stoettinger.at

Silvia, du behandelst in der Praxis, bei Hausbesuchen und direkt in Unternehmen. Wie sieht so ein Tag aus?

„Abwechslungsreich — genau so mag ich es. Der Großteil spielt sich in meiner Praxis in Urfahr ab, hin und wieder behandle ich in Ottensheim, dazwischen Hausbesuche oder eine Firmenbetreuung. Das Behandeln war nie das Problem. Das Problem war alles drumherum: Wo liegt die Mappe? Habe ich die Verordnung eingesteckt? Und am Abend dann der Stapel Honorarnoten."

Praxisorganisation vorher: Wie viel Zeit hat dich die Zettelwirtschaft gekostet?

„Ehrlich? Ich habe es lange nicht zusammengezählt, weil ich es nicht wissen wollte. Papierkalender, Karteikarten je Standort, Honorarnoten in Word, Erinnerungen per Anruf. Das waren locker vier, fünf Stunden pro Woche — abends und am Wochenende, unbezahlt. Mein Satz damals war: Ich will nach dem letzten Patienten nicht noch eine Stunde Zettel sortieren."

Papierlose Praxis — wovor hattest du beim Umstieg am meisten Respekt?

„Vor dem Berg an Bestandsakten — und davor, dass mir Technik zwischen mir und den Patienten steht. Beides war unbegründet: Wir haben mit den neuen Patienten digital angefangen und die bestehenden einfach beim nächsten Termin nachgezogen. Nach ein paar Wochen war der aktive Stamm drin. Und das Tablet fällt in der Behandlung weniger auf als früher das Blättern in der Mappe."

Info: Was heißt „papierlos" konkret?

Termine im digitalen Kalender, Patientenkartei und Befund-Skizzen am Tablet, Stammblatt mit digitaler Unterschrift, Honorarnoten automatisch aus den Terminen — und Aufbewahrungsfristen (10 Jahre Doku, 7 Jahre Buchhaltung), die die Software selbst überwacht.

Abrechnung in der Wahlpraxis: Wie läuft deine Honorarnote heute?

„Der Termin ist erledigt, ich tippe zweimal, die Honorarnote ist fertig — mit allem, was draufgehört, und dem QR-Code. Viele zahlen tatsächlich noch in der Praxis mit der Banking-App. Und die Frage aller Fragen, ‚Wie bekomme ich von der Kasse etwas zurück?', beantwortet inzwischen der Aufdruck auf der Honorarnote — die erkläre ich nur noch selten."

Hausbesuche abrechnen: Was hat sich da für dich geändert?

„Das Kilometergeld habe ich früher schlicht verschenkt — nachträglich Strecken rekonstruieren macht ja niemand. Jetzt ist ‚Hausbesuche' ein eigener Standort, das KM-Geld steht automatisch als Position auf der Note. Bei meinen Besuchen übers Jahr ist das ein spürbarer Betrag."

Du warst an der Entwicklung von PhyPilot beteiligt. Wie kam es dazu?

„Aus purem Eigennutz! (lacht) Ich wollte ein Werkzeug, das meinen Alltag kann — mehrere Standorte, Hausbesuche, österreichische Abrechnung — und nicht den Alltag einer deutschen Großpraxis. Also habe ich jede Funktion im echten Betrieb getestet und gnadenlos zurückgemeldet, was nervt. Wenn heute etwas mit zwei Klicks geht, dann oft, weil es mich mit fünf Klicks geärgert hat."

Info: Kostenerstattung in drei Sätzen

Wahlpatienten zahlen die Honorarnote selbst und reichen sie mit der ärztlichen Verordnung bei ihrer Kasse ein. Erstattet wird ein Teil des Kassentarifs. Je vollständiger die Honorarnote, desto schneller das Geld — was draufgehört, steht hier.

Dein Rat an Kollegen, die noch mit Papier und Excel arbeiten?

„Nicht auf den ‚richtigen Zeitpunkt' warten — der kommt nicht. Je mehr Akten sich stapeln, desto größer fühlt sich der Umstieg an. Klein anfangen: neue Patienten digital, den Rest Stück für Stück. Und rechnet einmal ehrlich eure Abend-Adminstunden zusammen — das Ergebnis hat mich damals mehr überzeugt als jede Produktbroschüre."

Praxis-Empfehlung

Physiotherapie Stöttinger — Linz-Urfahr

Du suchst Physiotherapie im Raum Linz? Silvia Stöttinger ist Spezialistin für CRAFTA (Kiefergelenks- und CMD-Therapie, z. B. bei Kieferschmerzen, Tinnitus und Zähneknirschen), Dry Needling bei myofaszialen Triggerpunkten, Lymphdrainage — und mit ihrem Firmenfitness-Angebot bringt sie Bewegung direkt in Unternehmen. Termine in Linz-Urfahr, fallweise in Ottensheim, als Hausbesuch — oder mit Firmenfitness direkt in deinem Unternehmen.

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